Begegnung auf holländischen Gewässern

Wie schon des Öfteren war ich mit meinem betagten Pionier-Faltbooteiner im Naturpark De Wieden unterwegs. Nördlich lag der See Beulakerwijde. Es herrschte starker Nordwind und der damit verbundene Wellengang machte die Querung zu einem Kampf und die Rückfahrt mit Rückenwind zu einem gefährlichen Unternehmen. So blieb dann tagelang der südliche Bereich des Naturparks mein Paddelrevier.

Nun aber hatte der Wind sich gelegt. Meine Fahrt geht über die Kleine Belter-Wijde, die Belter Wijde, die Beulakerwijde zum Besucherzentrum in Sint Jansklooster und von da über den Vaartsloot bis an die Fähre Bij Mariet in Jonen. Da wird angelegt und das Mittagsbutterbrot ausgepackt. Ein schöner Platz, nur fliegen da reichlich Stechsaurier herum und betrachten mich als die heiß ersehnte Bluttankstelle.

Ich höre auf einmal Stimmen. Deutsche Stimmen sogar. Ein Rudervierer gleitet vorüber. Man grüßt sich einschließlich deftiger Standardsprüche. Wenig später schließe ich die Tankstelle und sehe zu, daß ich von der idyllischen Stelle wegkomme. Nicht weit entfernt haben sich die Ruderer niedergelassen. Auch sie stärken sich für die noch vor ihnen liegenden Kilometer. Wir kommen ins Gespräch, vom Boot hinüber ans Land und zurück. Einige Witze lösen Lachsalven aus und dann geht meine Fahrt weiter nach Blokzijl. Da holen mich die Ruderer ein und laden mich ein, mit ihnen in den Ort zu gehen und eine Gartenwirtschaft aufzusuchen. Gesagt, getan. Hier nehmen das Lachen und der Frohsinn einfach kein Ende mehr. Aber alles hat einmal ein Ende und so machen wir uns dann auf die Heimreise, nicht ohne daß ich noch auf ein Bier bei ihnen auf dem Zeltplatz eingeladen werde.

Endlich auf dem Giethoornse Meer angekommen, sehe ich die schnellen Ruderer in die Bouwersgracht einbiegen und meinen Augen entschwinden. Da von der Otterskoog (Gaststätte) die Rede war, fahre ich die gleiche Strecke, aber was sehe ich? Nichts! Also weiter zum Campingplatz. Aber auch dort finde ich die Rudertruppe nicht. Später am Abend dann klopft es an meinem Wohnmobil: Ich soll kommen.

Ich kam dann auch und hörte, was passiert war; sie hatten sich verfranzt, wie es so heißt. Die Wasserläufe, in denen man gelandet war, wurden immer enger und waren irgendwann dann zu schmal fürs Rudern. Der Vierer musste in der Art der venezianischen Gondolieri durch Stochern weiterbewegt werden und das hat sehr viel Zeit gekostet.

Nun saß ich also bei den Diepholzer Ruderern im Zelt, Bier war angezapft und der Grill schon in voller Aktion. Und wieder ging die lustige Runde weiter bei Leckereien vom Grill und Diepholzer Bier. Allen steckten aber die Kilometer noch in den alten Knochen und so wurde es dann nicht mehr ein langer Abend, aber ein schöner in kameradschaftlicher Runde.

Es war ein ereignisreicher Tag mit besonderen und schönen Erlebnissen.

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